Die Wahrheit ist: Es ist nicht belegt, dass der berühmte Physiker dies gesagt hat, und wissenschaftlich gesehen ist die Aussage eine starke Zuspitzung. Doch das Prinzip dahinter ist unbestritten wahr. Indem Bienen von Blüte zu Blüte fliegen, sorgen sie für die Bestäubung und ermöglichen so die Fortpflanzung unzähliger Pflanzenarten. Ohne diesen unermüdlichen Einsatz würde unser gesamtes Ökosystem ins Wanken geraten.
Schätzungen zufolge hängen rund 35 % der weltweiten Nahrungsmittelproduktion direkt von der Bestäubung durch Bienen ab!
Als das Bienensterben einsetzte, löste dies weltweit große Besorgnis aus. Ob neue Viren, aggressive Pilze, der Klimawandel, Pestizide oder der schleichende Verlust natürlicher Lebensräume – die Ursachen sind vielfältig und die Debatte über die genaue Gewichtung der einzelnen Ursachen ist noch offen. Fest steht jedoch: All diese Faktoren haben den fleißigen Bestäubern das Leben extrem schwer gemacht. Damit bedrohen sie letztlich auch unsere eigene Lebensgrundlage.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Bienen und andere Insekten sind unverzichtbar für unsere Ökosysteme und die Erzeugung der Lebensmittel, von denen wir uns ernähren.
- Lange befürchteten wir ihr Verschwinden, doch heute gibt es Grund zur Hoffnung: Ihre Zahl nimmt weltweit wieder zu!
- Die neue Herausforderung besteht nun darin, auch andere bestäubende Insekten und weniger bekannte Bienenarten zu schützen.
Die weltweiten Bemühungen haben sich gelohnt: Es gibt heute mehr Bienen auf der Welt als je zuvor! In nur zehn Jahren ist die Zahl der Bienenstöcke laut Angaben der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) um mehr als ein Viertel gestiegen.
Das ist eine fantastische Leistung! Doch wir dürfen hier nicht aufhören. Es ist an der Zeit, noch einen Schritt weiterzugehen. Oft vergessen wir, dass auch unzählige andere Insekten die gleiche wertvolle Bestäubungsarbeit leisten wie die Honigbiene – und auch sie brauchen unseren Schutz. Unsere Experimente zur nachhaltigen Landwirtschaft in der Villa Fortuna setzen genau hier an.
Die Natur lehrt uns, mit Komplexität umzugehen. Wie die New York Times und das italienische Magazin Il Post kürzlich berichteten, stehen wir vor einer neuen Erkenntnis: In den letzten Jahren haben wir uns intensiv darauf konzentriert, die westliche Honigbiene zu retten – mit Erfolg. Doch bei den anderen Bienenarten, die oft keinen Honig produzieren, aber entscheidend für die biologische Vielfalt sind, haben wir noch Nachholbedarf.
Immerhin gibt es über zwanzigtausend verschiedene Arten!
Kurz gesagt: Wir nehmen eine gute Nachricht und eine neue Mission mit. Die Honigbiene ist nicht mehr so stark gefährdet wie früher, was unsere Nahrungssysteme und unsere Zukunft sicherer macht. Aber die eigentliche Aufgabe liegt nun vor uns: Wir müssen auch jene Arten schützen, die bisher keine Beachtung fanden!