Ein kleines australisches Nagetier, dessen Name kaum jemand kannte, wurde im Jahr 2019 zum ersten Säugetier, das offiziell durch den Klimawandel ausgestorben ist. Der steigende Meeresspiegel überflutete die Erdhöhlen der Mosaikschwanzratte (Melomys rubicola) und führte so zu ihrem endgültigen Verschwinden. Nur drei Jahre zuvor hatte eine extreme Hitzewelle weite Teile des Great Barrier Reefs schwer getroffen – innerhalb weniger Wochen kam es zu einem massiven Korallensterben im gesamten nördlichen Abschnitt.
Um bedrohte Arten vor dem Aussterben zu bewahren, haben Staaten weltweit schon vor langer Zeit Schutzgebiete eingerichtet. Allein in Deutschland gibt es rund 9.000 davon. Doch wenn der Klimawandel Lebensräume radikal verändert, drohen diese Zonen zu einer paradoxen Falle zu werden, da sie Tiere in Gebieten einsperren, die längst nicht mehr sicher für sie sind. Genau deshalb reichen feste Schutzgebiete allein nicht mehr aus. Sie müssen durch weitere Ansätze ergänzt werden. Eine Lösung ist verblüffend einfach, aber hocheffektiv: Wir müssen diese Gebiete wieder miteinander vernetzen, um die natürliche Anpassungsfähigkeit der Tierwelt zu stärken.
Das Wichtigste auf einen Blick FÜR EILIGE
Wildtiere im Klimastress: Hitze, Dürre und der steigende Meeresspiegel kosten Tiere das Leben oder zwingen sie zur Flucht.
Die Schutzgebiets-Falle: Schutzgebiete bewahren zwar Arten, doch im Ernstfall können die Tiere nicht aus den starren Grenzen vor Bränden oder Hitzewellen fliehen.
Das Projekt LIFE Natur'Adapt (2018–2023): Die Fondazione Capellino fungierte als wichtiger privater Partner. Dort wurden konkrete Methoden und Instrumente zur Anpassung an den Klimawandel innerhalb von Schutzgebieten entwickelt.
Europäische Bürgerinitiative „Nature has no borders“: Wir fordern einen verbindlichen Rahmen in der EU, der Ökosysteme an Land und im Wasser wieder miteinander vernetzt.
Klimawandel macht nicht vor Zäunen halt
Die Klimakrise trifft Landschaften und ihre Bewohnenden (Tiere eingeschlossen) auf eine Weise, die wir oft nur in Ansätzen erahnen können. Sie beeinflusst den Rhythmus der Jahreszeiten und verändert die Pflanzen- und Insektenwelt, die anderen Tieren als Nahrung dient. Zudem verschiebt sie Klimazonen weitaus schneller nach Norden, als viele Arten überhaupt wandern können, erwärmt die Meere und sorgt für extreme Wetterereignisse.
Vor diesen Krisen sind selbst streng geschützte Gebiete nicht sicher. Im Gegenteil: Sie geraten in ein tragisches Paradoxon. Grenzen, die eigentlich zum Schutz der Natur gezogen wurden, werden bei extremer Hitze, Überschwemmungen oder Waldbränden zur tödlichen Falle. Ein dramatisches Beispiel erlebte die Region Gironde im Südwesten Frankreichs im Jahr 2022: Eine beispiellose Hitzewelle ließ über 20.000 Hektar geschützten Wald abbrennen. Die Opferzahlen unter den Wildtieren waren verheerend – von Wildschweinen und Rehen bis hin zu Vögeln und Insekten kam es zu einem regelrechten Massensterben.
Projekt LIFE Natur'Adapt: Wege aus der Krise
Aus dieser schmerzhaften Erkenntnis heraus entstand das Projekt LIFE Natur'Adapt. Neben der Europäischen Union und öffentlichen Institutionen unterstützte die Fondazione Capellino dieses Vorhaben als wichtiger privater Partner mit einer Investition von 187.630,08 Euro. Gemeinsam mit Réserves Naturelles de France und zehn weiteren Partnern wurden die Klimaauswirkungen auf 21 Schutzgebiete ganz genau untersucht und erprobt, wie Bewirtschaftung angepasst werden kann. Das Ziel: Strategien zu entwickeln, um den Verlust der biologischen Vielfalt direkt vor Ort zu stoppen.
Im Jahr 2023 ging daraus ein praxisnaher Leitfaden (auf Französisch erhältlich) hervor. Dieser versteht sich keineswegs als reine, starre wissenschaftliche Studie oder als die eine, endgültige Lösung für ein sich ständig veränderndes Problem. Vielmehr stellt er den Personen, die europäische Schutzgebiete managen, konkrete Werkzeuge zur Verfügung. Er hilft ihnen dabei, Klimaveränderungen frühzeitig zu erkennen, Risiken richtig abzuschätzen und flexibel zu entscheiden, wie sie reagieren: durch gezieltes Gegensteuern, das Akzeptieren von Veränderungen oder das aktive Gestalten des Wandels – mit einem klaren Fokus auf ökologische Korridore und Vernetzung.
Natur ohne Grenzen &
Die Reintegration Economy
Das Prinzip dahinter ist logisch: Wenn Wildtiere sich durch die vom Menschen zersiedelte Landschaft nicht mehr frei bewegen können, müssen wir die Durchgänge (wieder)herstellen. Genau aus dieser Überzeugung heraus finanziert die Fondazione Capellino nicht nur Vernetzungsprojekte. Sie nutzt diese Initiativen vielmehr, um nationalen und europäischen Behörden ganz praktisch zu beweisen: Doch, es ist möglich!
Es ist möglich, zerschnittene Lebensräume wieder zu verbinden und es bringt enorme Vorteile. Zudem gibt es Privatpersonen, die bereit sind, genau darin zu investieren, wie Pier Giovanni und Lorenzo Capellino. Sie haben im Jahr 2018 ihr gesamtes Unternehmen Almo Nature der Fondazione Capellino geschenkt, damit alle Nettogewinne direkt wieder der Natur zugutekommen. So entsteht eine Wirtschaft, die der Natur zurückgibt, was ihr genommen wurde. Die Reintegration Economy löst das Wirtschaften auf Kosten der Natur ab.
Um hierfür einen europaweiten Koordinierungsrahmen für die grenzübergreifende Vernetzung von Land- und Wasserökosystemen zu schaffen, hat die Fondazione Capellino bei der Europäischen Kommission die Bürgerinitiative „Nature has no borders“ eingereicht. Sie wurde offiziell angenommen, und die Unterschriftensammlung wird noch dieses Jahr beginnen.
Denn die Natur kennt nun mal keine Grenzen.
Was heißt das nun konkret für uns?
Ganz einfach: Jedes Mal, wenn du den Napf deines Hundes oder deiner Katze mit hochwertiger Nahrung von Almo Nature füllst, tust du nicht nur deinem eigenen Liebling etwas Gutes. Du sorgst mit diesem kleinen Handgriff im Alltag direkt dafür, dass die Erlöse in den Schutz der weltweiten Artenvielfalt fließen – dem echten Motor unseres gesamten Lebens.