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Villa Fortuna: Wo Landwirtschaft, Biodiversität und Forschung gemeinsam wachsen

Geschrieben von Admin | 02.10.2026, 05:00:00

Die Villa Fortuna Società Agricola Biodiversa Sperimentale S.r.l. ist ein landwirtschaftlicher Versuchsbetrieb im vollständigen Besitz der Fondazione Capellino mit Sitz in San Salvatore Monferrato im Piemont.

Auf rund 20 Hektar greifen Weinberge, Agroforstsysteme und Ackerflächen nahtlos in Wälder, Wiesen, Hecken, ökologische Korridore und geschützte Lebensräume für Wildtiere über. 

In der Villa Fortuna wird der Landwirtschaftsbetrieb als lebendiges System verstanden.

Boden, Wasser, Nutzpflanzen, Begleitflora, Tiere, Mikroorganismen, Klima, Landschaft und Menschen stehen hier nicht isoliert nebeneinander, sondern bilden ein zusammenhängendes ökologisches Beziehungsgefüge. 

Landwirtschaft bedeutet hier, aktiv die Grundlagen zu pflegen, die das Erzeugen von Lebensmitteln überhaupt erst ermöglichen: die Bodenfruchtbarkeit, das Bodenleben, die Qualität von Wasser und Luft, die Vielfalt der Biotope und das Zusammenspiel aller Arten.

Dieser Ansatz prägt den Alltag ebenso wie die wissenschaftliche Arbeit. Der Betrieb beobachtet, experimentiert und erhebt fortlaufend Daten zu Kulturpflanzen, Böden und Artenvielfalt. Die Erkenntnisse fließen direkt in die kontinuierliche Anpassung der Anbaumethoden ein. Schwerpunkte bilden die Bodengesundheit, geschlossene Biomassekreisläufe, Kompostierung, die Unabhängigkeit von zugekauften Betriebsmitteln sowie der experimentelle Einsatz von Pflanzenextrakten, Pflanzenauszüge und ätherischen Ölen im Pflanzenschutz.

Wissenschaftliche Kooperationen bilden ein zentrales Fundament. Gemeinsam mit dem Forschungsinstitut CREA für Weinbau und Önologie analysiert Villa Fortuna das Aroma, die Inhaltsstoffe und den Geschmack der eigenen Rebsorten und Weine. Zugleich erforscht das Team die Selektion einheimischer Hefen für den Gärprozess.

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum AGROINNOVA der Universität Turin werden biologische Präparate zur Regulierung des Falschen Mehltaus der Rebe getestet und deren Einflüsse auf das Blattschutz-Mikrobiom untersucht.

Der Schutz der Artenvielfalt ist dabei fest verankert. Villa Fortuna strebt die offizielle Anerkennung seiner Flächen als Oase bzw Schutzgebiet für Wildtiere an. Ziel ist es, heimischen Arten geschützte Rückzugsräume, Korridore und intakte Habitate zu sichern sowie ein konsequentes Jagdverbot durchzusetzen.

Feuchtgebiete, Hecken, Gehölze und Biotopverbünde sind als funktionale Bausteine fest in die Agrarlandschaft integriert.

Villa Fortuna versteht sich nicht als universelles Patentrezept, sondern als Reallabor in der Praxis. Produktion, Biodiversität, Forschung und ökonomische Tragfähigkeit werden hier als Einheit gedacht. Das langfristige Ziel besteht im Nachweis, dass Nahrungsmittelerzeugung, ökologische Schutzfunktionen und wirtschaftliche Stabilität erfolgreich in einem gemeinsamen System zusammenwirken können.